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Liberalisierung von Sportwetten und was kommt noch? Michael Burkert Bundesweite Fachtagung des AK Spielsucht e.V. / Unna / 19. Mai 2016.

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1 Liberalisierung von Sportwetten und was kommt noch? Michael Burkert Bundesweite Fachtagung des AK Spielsucht e.V. / Unna / 19. Mai 2016

2 2 1. Wie wollen wir leben? 2. Entwicklung des Glücksspielmarktes 3. Auswirkungen des Glücksspiels auf die Kommunen 4. Spielangebote im Ausland 5. Reaktion der Politik 6. Liberalisierung des Glücksspiels 7. Doppelmoral privater Anbieter 8. Änderung des Staatsvertrags Struktur

3 3 Soll in Deutschland alles erlaubt sein, was möglich ist? Sollte für Geld alles zu haben sein? Wollen wir weiterhin einen Markt ohne Grenzen? Wieviel Schutz braucht eine Bevölkerung vor dem Markt? Darf der Markt jeden Bereich beherrschen? Ist es gesellschaftlicher Wille, Glücksspielangebote zu vervielfachen? Wie wollen wir leben?

4 4 Bruttospielerträge DLTB4,13 Mrd. €3,64 Mrd. €3,59 Mrd. € Gewerbliches Automatenspiel2,35 Mrd. €4,55 Mrd. €4,70 Mrd. € Spielbanken952 Mio. €522 Mio. €508 Mio. € Fernsehlotterie405 Mio. €422 Mio. €430 Mio. € Klassenlotterie663 Mio. €179 Mio. €176 Mio. € Gewinn- / PS-Sparen218 Mio. €226 Mio. €233 Mio. € Pferdewetten32 Mio. €13 Mio. € Gesamt8,75 Mrd. €9,55 Mrd. €9,65 Mrd. € Legaler Markt Illegaler Markt 2014 (Quelle: Jahresreport / Glücksspielaufsichtsbehörden der Länder) Online-Casino / Online-Poker = 885 Mio. € Private Sport- und Pferdewetten = 661 Mio. € Wetten auf Lotterien = 200 Mio. € Entwicklung des Glückspielmarkts

5 5 Werbung in den Medien (TV, Internet, Print, Radio, Außentransparente)  TV-Sender, Radio-Sender, Verlage, Internetportale, etc.  Vermarktungsfirmen Google  Werbeanzeigen (SEA)  Organische Suchergebnisse – Optimierung (SEO) App-Stores  Apple App Store  Google Play Store Soziale Medien (Facebook) -Werbung (Newsletter) Wo findet Werbung statt? Wer sind Vermarktungspartner?

6 6 Suchbegriff „Lotto“: Ergebnisranking (abgerufen am 12. Mai 2016) Google / Suchmaschinenoptimierung (SEO) RangInternetportal 1www.lotto.de 2www.dielottozahlende.net (Tipp24.com - Schwarze Lotterie) 3www.lottoland.com (Schwarze Lotterie) 4www.lotto24.de 5www.lotto-bw.de 6www.lottohelden.de (Schwarze Lotterie) 7www.lotto-hessen.de 8www.tipp24.com (Schwarze Lotterie) 9www.lotto-rlp.de 10www.sachsenlotto.de

7 7 Tipp24 – (Buchmacher: MyLotto24 Ltd, seit 2009)

8 8 Teilnahme von 18- bis 20-jährigen an illegalen Sportwetten im Internet oder in Wettbüros: 2013 = 5,7 % / 2015 = 12,8 %, Männer mit Migrationshintergrund = fast 19 % Suchtrisiko von Spielformen (BZgA 2015) Zahl der problematischen und krankhaften Spieler: rd Menschen, fast 50 % der krankhaften Spieler sind abhängig von Automaten Auswirkungen des Glücksspiels GlücksspielformRisiko für mindestens problematisches Glücksspielverhalten KENO23,2 % Spielbank (kleines Spiel)19,8 % Spielbank (großes Spiel)11,7 % Spielautomaten13,0 % Oddset12,5 % Lotterie1,6 %

9 9  trotz restriktiver Gesetzgebung (BZgA-Survey 2015)  4,41 % der Befragten lassen sich als auffällig Glückspielende (16- bis 70-Jährige) einordnen  bis problematischer Umgang  bis pathologischer Umgang Auffälligkeiten bei Glücksspielenden  gesundheits- und sozialpolitische Folgen (Prof. Dr. Ulrich Haltern, 2015)  11 % aller Glücksspieler gelten als problematisch und pathologisch  ihr Anteil am Bruttospielertrag beträgt über 50 %  Folgen: ¾ der Betroffenen haben Schulden 1/5 davon haben mehr als € Schulden

10 10 Glückspielsüchtige verschulden sich Glückspielsüchtige setzen ihren Beruf aufs Spiel Glückspielsüchtige nehmen Zerrüttung und wirtschaftlichen Niedergang ihrer Familien in Kauf sozialen Kosten der Glücksspielsucht (Glückspielaufsicht Saarland 2014)  Deutschland - ohne Privatkostenanteil: circa 1,4 Mrd. Euro / Jahr  Deutschland - mit Privatkostenanteil: über 30 Mrd. Euro / Jahr Soziale Kosten

11 11 Spielhallen / Wettbüros Standorte+ 14,6 % Konzessionen+ 43,0 % Spielgeräte+ 81,0 % Kasseninhalte+ 82,0 % Entwicklung im Spielhallen-Bereich von 2006 auf Anzahl von Spielhallen und Wettbüros (2014) rd Spielhallen rd Wettbüros (Anbieter ohne Genehmigung) rd Wettannahmestellen lt. Ländergesetze mind ohne Begrenzung der Sportwettenkonzessionen

12 12 Zulässige Zahl an Wettbüros Zulässige Anzahl an Wettbüros nach GlüStV und Ländergesetzen

13 13 Frankreich: „Rapido“ Ziehung: alle 5 Minuten Pathologische Spieler: 21 % (Pferdewetten: 28,5 %, Kasinospiele: 49,5 %) „Rapido“ geriet wegen des Suchtpotenzials in die öffentliche Kritik Ende 2013 vom Mark genommen Exkurs: Entwicklung im europäischen Ausland Großbritannien: „Ponto“ Spielort: über Online-Terminals in Pubs Ziehung: Minutentakt Gewinnauszahlung direkt beim Wirt Wegen der Suchtgefahr wurde die Lotterie auf Anweisung der Aufsicht vom Markt genommen EU-Kommission: Glückspiel unterliegt nicht den normalen Marktmechanismen

14 14 EU-Vergleich: Maßnahmen gegen illegales Glücksspiels In 14 Ländern ist Payment-Blocking gesetzlich / regulatorisch vorgesehen. Belgien Dänemark Deutschland Estland Frankreich Griechenland Lettland Niederlande Polen Rumänien Slowenien Spanien Ungarn UK In 13 Ländern ist ISP-Blocking gesetzlich / regulatorisch vorgesehen. Belgien Bulgarien Dänemark Estland Frankreich Griechenland Italien Rumänien Slowenien Spanien Ungarn Zypern In allen 28 EU-Ländern ist Werbung für illegales Glücksspiel verboten. Maßnahmen gegen illegales Glücksspiel: ISP- und Payment-Blocking Blacklists werden in 10 Ländern eingesetzt (u.a. Belgien)

15 15 Politik Glücksspielstaatsvertrag Begrenzung und Rückführung des gewerblichen Automatenspiels  Verschärfung der Spielverordnung  Spielhallengesetze (u.a. Mehrfachkonzessionen, Abstandsregeln) Kanalisierungsauftrag hin zu Spielformen mit geringem Gefährdungspotenzial Sportwettenkonzessionsverfahren Reaktion von Akteuren Private Anbieter arbeiten mit juristischen Spitzfindigkeiten haben offenbar kein Interesse an Konzessionen betreiben massive Werbung - nicht nur für Sportwetten Behörden personell und finanziell mangelhaft ausgestattet Fußballclubs Sponsoringverträge mit privaten Anbietern

16 16 Befürworter beschwören den Geist des freien Marktes: „Markt regelt und richtet alles“. Der Alltag sieht anders aus: Manipulationen im Sport (gekaufte Spiele und Mafia-Methoden) Manipulationen von Automaten (bundesweite Razzien im Januar 2016) Geldwäsche: größtes Risiko sind Spielautomaten und Online-Glücksspiel (zwischen 50 Mrd. und 100 Mrd. € sollen jährlich gewaschen werden) Offshore-Anbieter: Steueroasen als Häfen für Anbieter von Online- Glücksspiel Liberalisierung des Glücksspiels Forderungen Freigabe von Online-Casinos und Online-Poker Unbegrenzte Anzahl von Sportwettenanbieter Unbegrenzter Spieleinsatz im Internet (bislang max €)

17 17 Schattenseite des Glücksspiels

18 18 Deutscher Lottoverband (DLV) fordert Komplett-Überarbeitung des GlüStV (Aufhebung des Lotteriemonopols) distanziert sich nicht von Lottohelden (Anbieter schwarzer Lotterien), DLV- Mitglied Automatenwirtschaft stationäre Anbieter schimpfen auf illegale Online-Anbieter Automatenwirtschaft bemängelt mangelnden Vollzug große Anbieter sind allerdings bereits im Online-Markt tätig bzw. bereiten Einstieg vor Sportwetten-Anbieter kritisieren den unreguliertem Markt im Internet bieten gleichzeitig allerdings Online-Poker / Online-Casino an (verboten!) bieten verbotene Livewetten an Doppelmoral privater Anbieter Private Anbieter bekunden moralische Vorstellungen, Realität sieht anders aus.

19 19 Was soll geändert werden? 40 Konzessionen Leitlinien der Glückspielaufsichtsbehörde mit Risiken Sportwettenverband will aber mehr: alles, was betriebswirtschaftlich möglich ist Folgen:  Rückgang der Mittel für Destinatäre und Staat  Wettbewerb (Folgen für Suchtgefahr und Städte)  Rückkehr zum Monopol: nicht mehrheitsfähig Änderung des Staatsvertrags

20 20 Durch- und Umsetzung der Spielhallengesetze der Länder Durchsetzung der Leitlinien mit allen Konsequenzen  Ausschluss von Anbietern  Umfassende Werbeverbote Payment Blocking White-List (Gemeinsame Geschäftsstelle Glücksspiel), besser: Black-ListGemeinsame Geschäftsstelle Glücksspiel Online-Werbung Begrenzung der Annahmestellen  einschließlich Abstandsregelungen  explizite Nennung: Keine Übergangsfristen Politische Unterstützung der Kommunen (Baurecht) Mindestanforderungen an die Novellierung es Staatsvertrags

21 21 Michael Burkert Saaruferstraße Saarbrücken Telefon: / Telefax: / Kontakt


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