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Manfred Schneider Was bleibt? Die Moderne und die Reste 12. Vorlesung 16.01.2012 Schmutz, Staub, Asche, Rauch Was ist Schmutz? Die Unterscheidung rein.

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Präsentation zum Thema: "Manfred Schneider Was bleibt? Die Moderne und die Reste 12. Vorlesung 16.01.2012 Schmutz, Staub, Asche, Rauch Was ist Schmutz? Die Unterscheidung rein."—  Präsentation transkript:

1 Manfred Schneider Was bleibt? Die Moderne und die Reste 12. Vorlesung Schmutz, Staub, Asche, Rauch Was ist Schmutz? Die Unterscheidung rein / unrein Mary Douglas: Reinheit und Gefährdung Menenius Agrippina Staub und Staubkunst Astronomischer und apokalyptischer Staub Hiroshima und Auschwitz Theodor W. Adorno, Nelly Sachs, Paul Celan Giorgio Agamben: Homo Sacer

2 „im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis dass du wieder zu Erde zu Erde werdest, Denn du bist Staub und sollst zu Staub werden.“ (in sudore vultus tui vesceris pane donec revertaris in terram de qua sumptus es quia pulvis es et in pulverem reverteris) (Genesis 3, 19 )

3 „Schmutz ist Materie am falschen Ort“

4 Das sind die Tiere, die ihr essen sollt unter allen Tieren auf Erden. Alles, was die Klauen spaltet und wiederkäut unter den Tieren, das sollt ihr essen. 4 Was aber wiederkäut und hat Klauen und spaltet sie doch nicht, wie das Kamel, das ist euch unrein, und ihr sollt's nicht essen. 5 Die Kaninchen wiederkäuen wohl, aber sie spalten die Klauen nicht; darum sind sie unrein. 6 Der Hase wiederkäut auch, aber er spaltet die Klauen nicht; darum ist er euch unrein. 7 Und ein Schwein spaltet wohl die Klauen, aber es wiederkäut nicht; darum soll's euch unrein sein. 8 Von dieser Fleisch sollt ihr nicht essen noch ihr Aas anrühren; denn sie sind euch unrein. 9 Dies sollt ihr essen unter dem, was in Wassern ist: alles, was Floßfedern und Schuppen hat in Wassern, im Meer und in Bächen, sollt ihr essen. 10 Alles aber, was nicht Floßfedern und Schuppen hat im Meer und in Bächen, unter allem, was sich regt in Wassern, und allem, was lebt im Wasser, soll euch eine Scheu sein, 11 daß ihr von ihrem Fleisch nicht eßt und vor ihrem Aas euch scheut. 12 Denn alles, was nicht Floßfedern und Schuppen hat in Wassern, sollt ihr scheuen. 13 Und dies sollt ihr scheuen unter den Vögeln, daß ihr's nicht eßt: den Adler, den Habicht, den Fischaar, 14 den Geier, den Weih, und was seine Art ist, 15 und alle Raben mit ihrer Art, 16 den Strauß, die Nachteule, den Kuckuck, den Sperber mit seiner Art, 17 das Käuzlein, den Schwan, den Uhu, 18 die Fledermaus, die Rohrdommel, 19 den Storch, den Reiher, den Häher mit seiner Art, den Wiedehopf und die Schwalbe. Leviticus (3. Buch Mose), Kap. 11, 1-19.

5 Wenn ein Weib empfängt und gebiert ein Knäblein, so soll sie sieben Tage unrein sein, wie wenn sie ihre Krankheit leidet. Und am achten Tage soll man das Fleisch seiner Vorhaut beschneiden. Und sie soll daheimbleiben dreiunddreißig Tage im Blut ihrer Reinigung. Kein Heiliges soll sie anrühren, und zum Heiligtum soll sie nicht kommen, bis daß die Tage ihrer Reinigung aus sind. 5 Gebiert sie aber ein Mägdlein, so soll sie zwei Wochen unrein sein, wie wenn sie ihre Krankheit leidet, und soll sechsundsechzig Tage daheimbleiben in dem Blut ihrer Reinigung. 6 Und wenn die Tage ihrer Reinigung aus sind für den Sohn oder für die Tochter, soll sie ein jähriges Lamm bringen zum Brandopfer und eine junge Taube oder Turteltaube zum Sündopfer dem Priester vor die Tür der Hütte des Stifts. Der soll es opfern vor dem HERRN und sie versöhnen, so wird sie rein von ihrem Blutgang. Das ist das Gesetz für die, so ein Knäblein oder Mägdlein gebiert. 8 Vermag aber ihre Hand nicht ein Schaf, so nehme sie zwei Turteltauben oder zwei junge Tauben, eine zum Brandopfer, die andere zum Sündopfer; so soll sie der Priester versöhnen, daß sie rein werde. Leviticus (3. Buch Mose) 13, 1-8

6 „Vor Zeiten als im Menschen noch nicht alles in solcher Harmonie wie heute war und jedes Glied seinen eigenen Willen und seine eigene Sprache hatte, verdross es die Glieder, dass all ihre Sorge, Mühe und Dienste nur dem Magen dienen sollten. Es kam zu einer regelrechten Verschwörung, dass die Hände keine Speise mehr zum Munde führen, der Mund nichts mehr aufnehmen und die Zähne nichts mehr zerkauen sollten. Während sie den Magen durch Hunger bezwingen wollten, ließen durch diesen Zorn ihre Kräfte nach, und bald verfiel der ganze Körper. Da lernten sie schnell einsehen, dass der Magen nicht untätig und unnütz sei; ebenso wie er sich selbst nähren lasse, ernähre er auch, indem er das durch die verdaute Speise angereicherte Blut in alle Teile des Körpers zurückgebe, durch das wir leben und stark sind, durch alle Adern.“ (Titus Livis: Ab urbe condita, II, Kap ) Stich von B. Barloccini, 1849

7 Duchamp Man Ray ‘ Elevage de poussi è re ’ oder ‘ Dust breeding ’

8 Jean Dubuffet ‘ Mes champs de poussi è re ’ (1956)

9 Robert Filliou Poussi è re de poussi è re de l ’ effet Picabia (Brancusi, Malevich, Spoerri)

10 „Pulvis et umbra sumus“ (Wir sind Schatten und Staub) Horaz, 4. Ode

11 Schematische Darstellung der Galaxie mit dem Staubwirbel

12 I had a dream, which was not all a dream. The bright sun was extinguish'd, and the stars Did wander darkling in the eternal space, Rayless, and pathless, and the icy earth Swung blind and blackening in the moonless air; Morn came and went--and came, and brought no day, And men forgot their passions in the dread Of this their desolation; and all hearts Were chill'd into a selfish prayer for light: And they did live by watchfires--and the thrones, The palaces of crowned kings--the huts, The habitations of all things which dwell, Were burnt for beacons; cities were consum'd, And men were gather'd round their blazing homes To look once more into each other's face; Happy were those who dwelt within the eye Of the volcanos, and their mountain-torch: A fearful hope was all the world contain'd; Forests were set on fire--but hour by hour They fell and faded--and the crackling trunks Extinguish'd with a crash--and all was black. (…) Lord Byron: Darkness (1816)

13 Hiroshima August 6. August 1945

14 Hiroshima 6. August 1945

15 Die Habe der Gefangenen und Opfer, die im Bahnhof Auschwitz-Birkenau angekommen sind (1944)

16 Die Schuhe der eingetroffenen H ä ftlinge (1944)

17 Das Erdbeben von Lissabon reichte hin, Voltaire von der Leibniz’schen Theodizee zu kurieren, und die überschaubare Katastrophe der ersten Natur war unbeträchtlich, verglichen mit der zweiten, gesellschaftlichen, die der menschlichen Imagination entzieht, indem sie die reale Hölle aus dem menschlich Bösen bereitete. Gelähmt ist die Fähigkeit zur Metaphysik, weil, was geschah, dem spekulativen menschlichen Gedanken die Basis seiner Vereinbarkeit mit der Erfahrung zerschlug. Noch einmal triumphiert, unsäglich, das dialektische Motiv des Umschlags von Quantität in Qualität. Mit dem Mord an Millionen durch Verwaltung ist der Tod zu etwas geworden, was noch nie zu fürchten war.“ Theodor W. Adorno: Negative Dialektik, S. 354f.

18 „Und wenn diese meine Haut zerschlagen sein wird, so werde ich ohne mein Fleisch Gott schauen.“ Hiob [Kap. 19, V. 26] O die Schornsteine Auf den sinnreich erdachten Wohnungen des Todes, Als Israels Leib zog aufgelöst in Rauch Durch die Luft – Als Essenkehrer ihn ein Stern empfing Der schwarz wurde Oder war es ein Sonnenstrahl? O die Schornsteine Freiheitswege für Jeremias und Hiobs Staub – Wer erdachte euch und baute Stein auf Stein Den Weg für Flüchtlinge aus Rauch? O die Wohnungen des Todes, Einladend hergerichtet Für den Wirt des Hauses, der sonst Gast war – O ihr Finger, Die Eingangsschwelle legend Wie ein Messer zwischen Leben und Tod – O ihr Schornsteine, O ihr Finger Und Israels Leib im Rauch durch die Luft! Nelly Sachs: O die Schornsteine (

19 Todesfuge Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts wir trinken und trinken wir schaufeln ein Grab in den Lüften da liegt man nicht eng Ein Mann wohnt im Haus der spielt mit den Schlangen der schreibt der schreibt wenn es dunkelt nach Deutschland dein goldenes Haar Margarete (…) Paul Celan: Todesfuge

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21 „Es wäre sehr viel ehrlicher und vor allem nützlicher, mit größter Sorgfalt zu erforschen, mit welchen juristischen Mitteln und welchem Einsatz von Macht Menschen so vollständig aller ihrer Rechte und Ansprüche beraubt werden konnten. Denn nur in dem Maße, wie alle gegen sie ergriffenen Maßnahmen aufhörten, Verbrechen zu sein, waren die Verbrechen eben auch möglich.“ Giorgio Agamben: Homo sacer


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