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Über den Umgang mit Bäumen Vortrag von Prof. Rainer K. Schöffel Copyright Prof. Rainer K. Schöffel.

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Präsentation zum Thema: "Über den Umgang mit Bäumen Vortrag von Prof. Rainer K. Schöffel Copyright Prof. Rainer K. Schöffel."—  Präsentation transkript:

1 Über den Umgang mit Bäumen Vortrag von Prof. Rainer K. Schöffel Copyright Prof. Rainer K. Schöffel

2 Über den Umgang mit Bäumen Es gibt einen Unterschied zwischen Stadtbäumen und Strassenbäumen – Dass, was wir im Kopf haben und auf die Strassen projizieren, sind in der Regel Parkbäume.

3 Überblick 1. Einführung zum Thema „Strassenbaum“ These: Millionenverluste durch fehlerhafte Pflanzungen 2. Artenwahl These: Grünplanung ist keine Freiraumplanung 3. Zeitplanung These: Pflanzungen werden durchgeführt, wenn es dem Auftraggeber passt und nicht der Pflanze 4. Anlieferung und Einschlag These: Die Bedeutung sog. „Schwarzer Listen“ in den Baumschulen 5. Ballenware These: Ballenware ist überflüssig wie ein Kropf 6. Pflanztechnik These: Was Bäumchen nicht lernt, lernt Baum nimmer mehr 7. Pflege These: Nach der Anwuchs- und Jungwuchspflege, kommt die Alterungspflege 8. Pflanzzeit These: Wer saftverschiebende Arten nicht kennt, hat grosse Pflanzausfälle 9. Zusammenfassung und Ausblick zum Thema „Strassenbäume“

4 1. Einführung These: Millionenverluste durch fehlerhafte Pflanzungen

5 Auf der BUGA in Potsdam entstanden Pflanzschäden In Höhe von 20 Mio. Euro. (lt. mündlicher Aussage von Prof. Dr. Balder – Berlin)

6 2. Planung und Artenwahl These: Grünplanung ist keine Freiraumplanung

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9 In der Gründerzeit war das Bäume- Pflanzen zum durchgängigen Prinzip der Stadterweiterung erhoben worden. Vgl. J. Stübben: Der Städtebau Im Gegensatz zu C. Sitte:1909. Die Stadt nach seinen künstlerischen Grundsätzen

10 3. Zeitplanung These: Pflanzungen werden durchgeführt, wenn es dem Auftraggeber passt und nicht der Pflanze.

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12 4. Anlieferung und Einschlag These: In den Baumschulen existieren „Schwarzer Listen“

13 Ergänzungen zur DIN  Die im LV beschriebenen Arten und Sorten müssen sortenecht geliefert werden.  Sämtliche Hochstämme sind mit einem extra geraden Stamm und durchgehenden Leittrieb zu liefern.  Quirlartige Verzweigungen dürfen nicht vorhanden sein, um ein späteres Aufasten zu ermöglichen.  Die Stammhöhe der einzelnen Positionen muss gleich sein; der Mindestkronenansatz muss bei Hochstämmen bei 250 cm liegen.  Die Abnahme der Gehölze erfolgt nach strengen Regeln der DIN  Hochstämme müssen im Quartier der Baumschule oder des Züchters zu besichtigen sein.  Erbringen des Liefernachweises fuer Gehölze.  Der Liefertermin ist der örtlichen Bauleitung rechtzeitig (mindestens 1 Woche vorher) mitzuteilen.

14 5. Ballenware These: Ballenware ist überflüssig wie ein Kropf

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18 6. Pflanztechnik These: Was Bäumchen nicht lernt, lernt Baum nimmer mehr

19 6. Pflanztechnik Die Pflanzung selbst ist eine schwierige Tätigkeit, weil verschiedene Arbeitsschritte hier zusammengehören und aufeinander abgestimmt sein müssen:  Pflanzschnitt - der Wurzel - der Krone  Pflanzgrube  Pfahl setzen  Pflanztiefe  Füllung der Pflanzgrube  Bindung  Angiessen  Pflege

20 6.1 Pflanzschnitt Bei der Rodung verliert der Baum 80-90% seiner Wurzelmasse. Die verletzten und gebrochenen Wurzeln sind zu schneiden. Die Krone inklusive des Leittriebes sind einkürzen bzw. zu reduzieren.

21 6.1 Pflanzschnitt

22 6.2 Pflanzgrube Sie wird nur so gross bemessen, wie dringend erforderlich. Der Boden wird seitlich gelagert und widerverwandt.

23 6.4 Pfahl setzen

24 6.5 Füllung der Pflanzgrube Verwenden Sie das anstehende Material und keine Zusatzstoffe.

25 6.6 Pflanzhöhe

26 6.7 Bindung

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28 6.8 Angiessen/Wässern Von zentraler Bedeutung ist das Wässern. Unabhängig vom Substrat und vom Wetter muss im 1. Jahr regelmässig gegossen werden. Das heisst: mind. 12 Giesseinheiten im ersten Standjahr.

29 7. Pflege These: Nach der Anwuchspflege und Jungwuchspflege, kommt die Alterungspflege.

30 8. Pflanzzeit These: Wer saftverschiebende Arten nicht kennt, hat grosse Pflanzausfälle.

31 8. Pflanzzeit Aus den Lehren der Botanik (vgl. STRASBURGER, E. 1993) wissen wir, dass unsere Gehölzpflanzen in unseren Breiten vier verschiedene Phasen hinsichtlich ihres Stoffwechsels durchlaufen: 1. Zeitiges Frühjahr (ca. März-April): Mobilisierung der im Vorjahr gebildeten Assimilate 2. Spätes Frühjahr bis Mitte Sommer (ca. Mai – Juli): Dicken- und Längenzuwachs 3. Spätsommer bis Herbst (ca. August –Oktober): Einlagerung von Reservestoffen im Gewebe für das kommende, neue Jahr 4. Winter: (ca. November bis Februar): Ruhephase der biochemischen Prozesse.

32 8. Pflanzzeit  Zur idealen Pflanzzeit ist ein Pflanzschnitt von Birken nicht sonderlich empfehlenswert.  Birken müssen mit einem entsprechenden Rückschnitt und zwar stehend im Quartier vorbereitet werden. Dies geschieht am besten von September bis Januar. Dazu gehört das Aufasten und Zurücknehmen der Triebe auf die Hälfte bis auf zwei Drittel. Der Leittrieb wird eingekürzt, um Trockenschäden und Seitentriebskonkurrenzen vorzubeugen.

33 8. Pflanzzeit  Die Rodung hat dagegen im März/April, also im Frühjahr zu erfolgen, wenn die Birken zu treiben beginnen „Die frühjahreszeitliche Saftverschiebung im Holz ist bei Betula besonders ausgeprägt. Sie beginnt Anfang April und kann etwa 6 Wochen dauern“ (BARTELS, H.; 1993).  Danach wird gleich gepflanzt!  Nach der Pflanzung wird alle 14 Tage regelmässig gewässert.  Bei Birken erfolgt die Jungwuchspflege bereits im ersten Standjahr. Das Aufasten erfolgt also etwa im Zeitraum von Oktober bis Dezember, getreu dem Motto: es wird nur aufgeastet – wie bei Waldbäumen – weil sich die Krone selbst reguliert.  Es ist kein Obstbaumschnitt durchzuführen, weil Birken keine Äpfel tragen!

34 9. Zusammenfassung, Ausblick These: Der öffentliche Pflanzschrott wird von meinem und deinem Geld bezahlt.

35 9. Ausblick Wir brauchen keine high-tec, sondern wieder handwerkliche Regeln.

36 Galileo Galilei  „In Angelegenheiten der Natur gilt die Autorität des Menschen nichts; Ihr zwar, als Rechtsgelehrter, scheint grosses Gewicht darauf zu legen, aber die Natur, mein Herr, spottet der Anordnungen und Dekrete der Fürsten, Kaiser und Monarchen und würde auf deren Befehl nicht ein Jota von ihrer Ordnung ändern.“  (Brief. G.G.`s an einen Juristen in der römischen Kurie)

37 Freiraumplanung Eine Freiraumplanung muss immer sozial sein. Denn die Frage nach Gebrauchsfähigkeit von Freiräumen und Vegetation darf nicht übergangen werden. Im Vordergrund steht, was wächst, und nicht, was man damit anfangen kann.

38 Freiraum und Vegetation Ausschlaggebend für die artenreiche, vielfältige Vegetation der Stadt und der Stadtränder sind die differenzierten städtischen Siedlungs- und Baustrukturen sowie die differenzierten städtischen Nutzungen. Ihre Ausprägung und Differenzierung bewirken die Ausprägung und Differenzierung der spontanen Vegetation.

39 Spontane Vegetation Die Ausprägung und Differenzierung der spontanen Vegetation ist abhängig von:  der Entwicklung und Nutzung der Stadt, also von Geschichte und Siedlungsalter,  der Stadtstruktur und baulichen Ausstattung,  der Form und Intensität der Nutzung,  der Bodenrente und den Eigentümern,  dem Substrat (Boden), Stadtklima und den Immissionsbelastungen.

40 Organisationsprinzip Dabei lässt sich als Organisationsprinzip der Vegetation festhalten: Je variabler die Faktoren, desto vielfältiger und artenreicher die Vegetation. (vgl. Thienemann)

41 Voraussetzung Eine wesentliche Voraussetzung für artenreiche Vegetationsbestände wäre damit: der Rückzug der gärtnerischen Pflege als dominierender und nivellierender Faktor bei gleichzeitiger Zunahme der Nutzungsvielfalt als differenzierter Faktor.

42 Spontane Vegetation Nutzungsangepasste spontane Vegetation bereichert einen Freiraum nicht nur für den Vegetationskundler, sondern macht ihn auch reicher für seine Nutzer. Der Freiraum wird durch solche Vegetation nicht nur reicher an Pflanzenarten und Pflanzengesellschaften, sondern auch reicher an Bedeutung und vor allem reicher an Bedetungs- und Erfahrungsmöglichkeiten (vgl. G. Hard).

43 Der Wert Der Wert von nutzungsangepasster Vegetation liegt darin, dass die Freiräume für ihre Nutzer leichter les- und vielfältig interpretierbar werden. Damit eröffnen sich Verhaltensspielräume für den differenzierten Gebrauch, der stets wandlungsfähig bleibt, da er an keine restriktive gärtnerische Massnahme gebunden ist.

44 Ziel Ziel von Planung und Pflege sollte deswegen nicht die Artenvielfalt sein, sondern Strukturen, die differenzierte Nutzungsmöglichkeiten für die Stadtbewohner/Innen eröffnen. Als Nebenprodukt städtischer Nutzungen stellt sich dann Artenvielfalt ein.

45 Galileo Galilei  „In Angelegenheiten der Natur gilt die Autorität des Menschen nichts; Ihr zwar, als Rechtsgelehrter, scheint grosses Gewicht darauf zu legen, aber die Natur, mein Herr, spottet der Anordnungen und Dekrete der Fürsten, Kaiser und Monarchen und würde auf deren Befehl nicht ein Jota von ihrer Ordnung ändern.“  (Brief. G.G.`s an einen Juristen in der römischen Kurie)


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